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Der Notfall an Bord

"Sehr geehrte Passagiere, hier spricht der Kapitän. Wegen einem medizinischen Notfall müssen wir leider eine unplanmäßige Zwischenlandung vornehmen."


So oder ähnlich könnte sich eine Durchsage anhören, mit der man als Passagier eigentlich jederzeit rechnen muss. Denn bei schwerwiegenden gesundheitlichen Komplikationen eines Passagieres entschließen sich Piloten zu einer unvorhergesehenen Landung, wenn zwingend notwendige Maßnahmen an Bord nicht durchgeführt werden können. Schließlich trägt der Kapitän die Verantwortung für die Passagiere.

 

Allein bei der British Airways waren im letzten Jahr 57 Änderungen der Flugroute aus medizinischen Gründen geboten. Die Lufthansa kam im letzten Jahr auf 32 Ausweichlandungen und die Presseabteilung des Lufthansa-Partners United Airlines beziffert derartige Zwischenfälle auf 20-30 pro Jahr. Die niederländische KLM musste 19 mal außerplänmäßig landen, bei der spanischen Iberia summierten sich die Notfälle, die eine Zwischenlandung zwingend erforderlich machten, auf 16. Bei der brasilianischen Varig und dem deutschen Ferienflieger LTU waren im gleichen Zeitraum jeweils drei Ausweichlandungen zur Rettung von Passagieren notwendig.


In einem Punkt sind sich Experten einig:

 

Die Häufigkeit der medizinischen Notfälle an Bord wird in der Zukunft steigen. Denn die Zahl der Passagiere – und damit auch die Zahl der potentiellen Risikogruppen (kranke, ältere und gestresste Passagiere) – wächst ständig.

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